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Meine Kunst und die Sehnsucht nach Bildern


Bildwirkungen und Reduktion der Bilder

Entwicklung ist ein zentrales Thema, mit dem ich mich in der Kunst und im künstlerischen Schaffen beschäftige.

Entwicklung ist die Entfaltung und Ausdifferenzierung der Lebewesen.

In der Kunst zeigt sich Entwicklung durch den Ausdruck in einer Bildsprache. Seit Beginn der Menschheit an (Höhlenmalerei), ist es dem Menschen ein Bedürfnis sich über gestalterischen Ausdruck mitzuteilen.

Der Ausdruck zeigt sich teils in einer reduzierten Bildsprache, in Symbolen, welche in allen Kulturen und Zeiten aufgegriffen wurden.


Dabei interessieren mich die Fragen nach einer universellen Bildsprache und die Synchronizität der Bilder.

Warum werden bestimmte Symbole benutzt und auf welche Wurzel reichen Sie zurück? Wo tauchen diese Bilder wiederum in der Natur auf?

Welche Morphologien weisen sie auf und wo wiederholen sie sich?

Und letztendlich warum ziehen uns diese Bilder magnetisch an? Warum nehmen wir sie überhaupt wahr? Denn diese Zeichen müssen eine Wichtigkeit für den Menschen haben, da es sonst evolutionsbiologisch für unsere Wahrnehmung keinen Sinn macht.

Warum wiederholen sie sich im Kleinen (auf der mikroskopischen Ebene) wie im Großen?

Besonders faszinierende Erkenntnisse ermöglichen mir bei meiner Suche die bildgebenden Verfahren und die Makrofotografie aus den Naturwissenschaften.

Bei aller Vielfalt der morphologischen Erscheinungen interessiert mich das Gemeinsame.


Entwicklung und Identität

Bei der Beschäftigung mit dem Thema Entwicklung des Ausdrucks komme ich zwangsläufig zu dem Thema Identität, da Ausdruck und Identität eng miteinander verbunden sind. Identität ist gebunden an ein soziales Umfeld, Geschlecht und Alter. Wenn ich von Identität spreche, so schaue ich mir die Motive und Figuren in der Kunst an. Wie werden Welten konstruiert und Wahrheiten aufgestellt?

Dabei fließt einiges aus meiner Beschäftigung mit Literatur, Psychologie, Hirnforschung, Geschichte, Religionen und Archäologie ein.

In den Mythologien, Märchen, Entwicklungsromanen und in religiösen Texten werden die Themen Entwicklung und Identität immer wieder aufgegriffen seit den Anfängen der Schriftkultur. Die ältesten Schriften sind religiös geprägt, in denen versucht wird allgemeinverbindliche Regeln und Erklärungen aufzustellen, nach denen das Leben gelingt.


Archetypen und Symbole

Die Figuren aus Literatur und Mythologie sind Archetypen und Symbole, denen ich nachspüre. Diese Urformen nach ihrer kulturangepassten Wandlung nehmen heute noch Einfluss auf gesellschaftliches, kulturelles und menschliches Leben.


Und was ist moderne Kunst letztendlich?

Ein Ringen mit Identität, in dem die innere Weltsicht mit der äußeren Welt, korrespondiert.

Leben und Identität sind in der Kunst die wichtigsten Motive. Identität ist der Motor Kunst zu schaffen, wenn die Motivation bei den unterschiedlichen Künstlern auch individuell verschieden Ursachen hat und unterschiedliche Interessen verfolgt.


In der bildnerischen Auseinandersetzung mit den Archetypen habe ich gelernt, dass sie im künstlerischen Prozess ein Eigenleben entwickeln. Dem Betrachter erschließen sich die Bilder intuitiv als Ahnungen und Stimmungen. Sie sind Stimmungsbilder und berühren auf der seelischen Ebene. Einerseits erzählen meine Bilder eine Geschichte und andererseits teilen sie Unsagbares mit.


Heute ist es mir wichtig diese Geschichten als kulturelles, kostbares Gut zu bewahren. Es ist eine schlimme Vorstellung für mich, dass tradiertes, mitunter jahrtausende Jahre altes Wissen (als Beispiel das Gilgamesch-Epos, die älteste schriftlich überlieferte Heldengeschichte der Welt) heute keine Wertigkeit mehr erfährt und nicht mehr zum Bildungskanon gehört.


In den Geschichten, Religionen und Mythen ist das Wissen um das Menschsein; über Menschlichkeit und die Entwicklungsprozesse des Menschen konserviert.


In den Figuren der Archetypen, die sich einer konkreten Darstellung entziehen, zeigt sich auch das Geheimnis der menschlichen Wahrnehmung, nämlich das Unvermögen, sich in seiner Ganzheit selbst betrachten zu können. Wie das Symbol ist der Archtypus mehr als eine Aussage. Er hat einen greifbaren Kern, aber darüber hinaus bietet er ein Mehr, das sich auf einer intuitiven Ebene individuell erspüren lässt und zu Projektionen auffordert.


Und es existiert ein intuitives Verstehen auf kollektiver Ebene, das viele Menschen berührt.