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Art Brut – Outsider-Art - Naive Kunst Eine kleine geschichtliche Einführung:


Die Art Brut ist weder Kunstrichtung noch eine Stilbezeichnung.


Der französische Maler und Kunstsammler Jean Dubuffet (1901-1985) prägte den Begriff und vereinnahmte ihn für sich. Dubuffet behielt für sich ausschließlich vor „das Prädikat“ Art Brut vergeben zu dürfen.

Der Begriff Art Brut kommt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie unverbildete, rohe Kunst oder auch etwa edelherbe Kunst.


Angeregt durch die Sammlung Prinzhorn Bildnerei der Geisteskranken (1922), interessierte er sich vor allem für den intrinsischen, individuellen Ausdruck der sich im künstlerischen Prozess befreit.


Dubuffet sah darin eine Kunst, die befreit ist von Tradition, von kulturellen Prozessen und von der Last einer künstlerischen Theorie.


Die Kunst zeichnet sich aus durch das unmittelbare Bedürfnis des Menschen

nach kreativem Ausdruck. Sie ist eine zustandsgebundene Kunst.


Heute ist Art Brut ein Sammelbegriff für autodidaktische Kunst von Laien,

Kindern, Menschen mit geistiger Behinderung und Menschen mit psychischer

Erkrankung ungeachtet des Anspruchs Dubuffets, diesen Begriff allein

verwerten zu dürfen.


Im angloamerikanischen Sprachraum wird hierfür der Begriff der Outsider-Art

(Außenseiter-Kunst) verwendet.

Der Begriff wurde von dem Kunsthistoriker Roger Cardinal geprägt.


Die Begriff Naive Kunst wurde von dem berühmten Sammler Wilhelm Uhde geprägt und ist ein Sammelbegriff für Kunst von Laien und Autodidakten. Sie ist im Ausdruck betont einfach und gekennzeichnet durch eine unbekümmerte und fantasievolle Motivwahl.

Auf Kunsttechniken wie Schatten und Perspektive wird dabei häufig verzichtet. Darstellungen von Motiven wie beispielsweise Mensch, Tier oder Pflanze sind stark stilisiert dargestellt.


Kunstpreis

Seit dem Jahr 2000 gibt es den Euward, den Europäischen Kunstpreis Malerei und Graphik für Künstler mit geistiger Behinderung.


Quellen: Wikipedia Art Brut / Andreas Franzke; Dubuffet im DuMont Verlag 1990

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